Dienstag, 15. September 2009

15.9.2009 - Tag 1 in der Elva-Schule

Der erste Tag kann durchaus als erfolgreich bezeichnet werden. Ich hatte gleich 5 Stunden durchgehend. Das Gymnasium - in Estland bezeichnet man jede Schule, die nach der 9. Stufe noch 3 Jahre Weiterbildung anbietet als solches - ist auf zwei Gebäude aufgeteilt, welche etwa 10 Min. voneinander entfernt liegen. Nach der 3., 4. und 5. Stunde gibt es jeweils 20-Minuten-Pausen, damit alle Kinder in Schichten essen gehen können. Ein Gebäude ist etwas neuer, eines alt und erinnert noch sehr an die kommunistische Zeit. Die Klassen selbst sind okay, technisch sind viele aber auf dem neusten technischen Stand der Dinge: Laptop oder PC, wo sich die Lehrer/innen ins E-Book einloggen können, einige Beamer gibt es auch.

Einige Schüler/innen haben mich schon am ersten Tag, obwohl sie mich noch nicht kannten, auf Deutsch, zumindest mit "hallo", begrüßt.

Ich habe heute 17-jährige und 13-jährige Anfänger sowie 15-jährige gehabt und bis auf eine etwas "besondere" Burschenpartie in der letzten Stunde waren alle durchaus offen, sodass ich sie mit ein paar Spielen ins Gespräch bringen und das Eis brechen konnte. Interessanterweise waren die älteren Schüler/innen weniger gehemmt als die mittleren, die schon 2 Jahre Deutschunterricht hatten.


Bei einem Kurzbesuch im Direktorszimmer wurden mir ein Häferl, ein Estland-Puzzle und ein Estland-Buch (auf E) an Gastgeschenken überreicht, was ich sehr nett fand.



Links die beiden D-Kolleginnen Lille und Tiiu und rechts der Direktor der Schule, der auch ein wenig Deutsch kann.



Nach dem Essen wurde ich noch von Tiiu zu Kaffee und Kuchen eingeladen und dann ins Motel gefahren, wo ich wieder mein 20m²-Zimmer bezog. Vor dem Vorbereiten für die nächsten Tage ging ich noch kurz laufen und verbrachte die restliche Zeit in meiner "Suite", da es hier in der 6.000-Einwohner-Stadt eigentlich nicht wirklich viel zu sehen gibt. Es gibt kein Zentrum, nur eine "Hauptstraße", wo ein paar Geschäfte ihre Waren anbieten. Viele Leute fahren aber die 25 km nach Tartu, in die nächste große Stadt.