Man braucht etwa zwei Stunden, um sich das ganze Areal mit seinen Häusern und Bauten anzuschauen. Der Fokus liegt hauptsächlich auf der Darstellung des bäuerlichen Lebens in den einzelnen Regionen des Landes, aber auch WIndmühlen, eine Kirche und eine Schule sind u.a. zu begutachten. In einigen davon sind Leute in Originalkostümen zu sehen und sie sind teilweise froh, wenn man ein paar Worte mit ihnen spricht. Ich habe daher sofort mit meine Estnisch-Kenntnissen gepunktet und das Herz einer ca. 70-Jährigen im Sturm erobert, als ich zu ihr "Tere hommikust" (Guten Morgen) sagte. Sie konnte aber nicht nur Estnisch, sondern auch Englisch und Deutsch, und so ergab sich ein nettes Gespräch.
Übrigens: Lehrer/innen beschwert euch nicht über euren Job! - Vor 120 Jahren war das Unterrichten ein Beibrot und man konnte davon alleine nicht leben (so wie bei uns). Der Hauptteil der Einnahmen entstammte der kleinen Landwirtschaft, die der Lehrer betrieb. Außerdem war er verpflichtet, dem Pfarrer zu assistieren, den Chor zu leiten und Theateraufführungen auf die Beine zu stellen.
Interessant ist auch, dass bei jedem Hof eine Sauna dabei war, und es auch heute noch das "Must-have" zu sein scheint! Man betitelte die Sauna auch als den Doktor der Bauern.
Die Beschriftungen sind hier übrigens vorbildlich: Estnisch, Russisch, Englisch und Deutsch.
Man beachte dieses Schild (besonders das mittlere unten), das ich vor der Rocca al Mare-Schule gesehen habe und für die Grünanlage gilt.
Dann mit dem O-Bus wieder zurück ins Zentrum und sofort rauf auf den Domberg bei herrlichem Wetter (nur mit T-Shirt im Gegensatz zu etlichen Esten, die mit Jacke und Pulli unterwegs waren - was machen die im Winter?). Von oben hat man einen guten Blick auf die Stadt, das Meer und .... die vielen Touristen.
Nachdem der Regen noch immer leicht anhält (woher kommt der eigentlich, es ist rundherum hell), gehe ich kurz ins Hotel zurück und treffe mich dann um 17 Uhr beim Rathaus mit Krista, in erster Funktion Vorsitzende des Estnischen Deutschlehrerverbandes, in zweiter "meine" Lehrerin, bei der ich in Tabasalu die 2. Hälfte meines Aufenthaltes verbringen werde. In einem kleinen Cafe plaudern wir über unsere Länder, ihre Schule, ihre Klassen und dies und das. Nach zwei Stunden verabschiede ich mich, um mit einer österreichischen Kollegin essen zu gehen. Um 1/2 10 ins Hotel zurück und den Tag Revue passieren lassen.
Head ööd! (Gute Nacht)
