Mittwoch, 23. September 2009

22. und 23.9.2009 - Allerlei und Exkursion

22.9.2009


Heute bekam ich endlich eine Gitarre und konnte die 17- und 18-Jährigen mit den einmaligen deutschen "Fegern" und Songs wie "Komm, hol das Lasso raus" und "Ein kleiner Matrose" zum Mitsingen und Mitmachen animieren. Es war einfach ein Spaß zu sehen, wie motiviert sie bei der Sache waren.

Oiso, i find des super! ;-)

Mit der 12. Klasse habe ich "An allem ist die Katze schuld", einen kurzen, schrägen Sketch erarbeitet, und so wird es am Donnerstag gemeinsam mit der 11. und 10. D-Klasse eine kleine Theateraufführung geben, worauf ich schon sehr gespannt bin.

Das Ende der Pausen wird hier übrigens zweimal eingeläutet und zwar mit einer netten Melodie, was ich für durchaus nachahmenswert empfinde. Hingegen durchdrang beim gestrigen Feueralarm ein ohrenbetäubender Ton das Schulgebäude. In diesem Fall mussten sich alle Schüler/innen draußen bei ihren Lehrer/innen klassen- und gruppenweise versammeln, was äußerst gut funktionierte. Später stellte sich heraus, dass es kein Probe-, sondern ein falscher Alarm war, der von einem Schüler ausgelöst worden war. Der Direktor war ziemlich wütend, weil die Schule für das unnötige Ausrücken der Feuerwehr bezahlen muss.

Apropos Pause: Ich habe schon geschrieben, dass in drei Etappen gegessen wird. Und das geht wirklich total schnell. Kurz bevor die Pause beginnt, stellt das Küchenpersonal das Essen auf die Tische, die Kinder wissen, wo sie sitzen, und so sind sie meistens nach 10 Minuten schon wieder fertig. Es ist übrigens gratis und auch Lehrer/innen machen von dem staatlich kontrollierten und nach einem Ernährungsplan abgestimmten Essen Gebrauch. Am Ende tragen alle ihr Geschirr zurück und gehen wieder in die Klassen.

Das System der sog. E-Kool, der E-Schule, des elektronischen Klassenbuches wird hier, wie bereits in der Mehrheit der estnischen Schulen, schon seit Jahren eingesetzt. Gab es anfangs wie überall Widerstände und Zweifel in der Lehrerschaft, so sehen es heute die meisten Kolleg/innen doch als sehr sinnvoll an. Es entfällt die Schreiberei im Klassenbuch, das oft nicht auffindbar ist. Voraussetzung ist aber in jeder Klasse ein Computer, wo man sich im System einloggen muss. Die unterrichtenden Lehrer/innen können nun entweder gleich bzw. auch zu Hause die Fehlenden, den durchgenommenen Stoff, die Hausaufgaben und ev. Prüfungen, Termine, etc. eintragen. Die Eltern haben (ebenso wie die Kinder und Jugendlichen selbst) die Möglichkeit, sich über die Leistungen ihrer Sprösslinge Informationen einzuholen, was HÜ ist, ob sie in der Schule waren, usw. Natürlich werden jetzt manche sagen, ja, aber die Eltern, die nicht wollen, erreicht man nicht.... Das stimmt natürlich zum Teil, aber vielleicht schauen manche doch rein, und interessierte Eltern können sich so auch abgesehen vom Sprechtag ein Bild über ihr Kind machen.

Am Abend war ich bei Kai, der Psychologin, und ihrer Familie zum Essen eingeladen. Die Küche unterscheidet sich übrigens, wie vielleicht schon erwähnt, nur sehr wenig von unserer und der deutschen, die bedingt durch die Geschichte einen starken Einfluss auf die estnische hatte. So sind Blutwurst, Schweinsbraten und Schnitzel ganz bekannte und beliebte Gerichte. Bei ihr gab es kalte Küche mit kleinen Häppchen - und zu meiner Überraschung auch eine Einladung in die Sauna. Später kamen noch die Geschichtslehrerin und deren Mann zu Besuch und es entwickelte sich ein interessantes Gespräch über das Elva-Gymnasium und das estnische Schulsystem an sich. Den 10-minütigen Heimweg trat ich bei leichtem Nieselregen (laut Reiseführer gibt es hier zw. 160 und 180 Regentage pro Jahr - was bin ich doch für ein Glückspilz) zu Fuß an, weil die Esten eine 0,0-Promillgrenze haben, und sich die Leute, auch aufgrund hoher Strafen, strikt daran halten - zumindest diejenigen, mit denen ich Kontakt hatte. Einer der Gäste erzählte zum Beispiel, dass er bei einer Kontrolle einmal 0,09 hatte, also zu viel, und dafür 1500 Kronen (ca. € 110,-) zahlen musste.


23.9.2009

Der heutige Tag war mit einer ganztägigen Exkursion der äußerst netten 12. Klassen, die ich begleiten durfte, ausgefüllt. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Schule.

Wir fuhren zuerst zu einem abgelegenen Bauernhof namens Tammsaare in Mittelestland .
Dort war der hier in Estland sehr berühmte Schriftsteller Anton Hansen aufgewachsen, später fügte er seinem Namen noch das Tammsaare hinzu, unter dem er dann auch berühmt wurde. Sein bekanntestes Werk, das auch alle Schüler/innen zumindest teilweise lesen müssen, heißt "Wahrheit und Gerechtigkeit" und gliedert sich in 5 Bände. Hansen beschreibt das harte bäuerliche Leben anfangs des vorigen Jahrhunderts, über die Feindschaft mit Nachbarn, die Sorge um eine Nachfolge, weiters über das Schulleben, die russische Revolution, das Leben in der Stadt und die Rückkehr auf den Bauernhof, aber auch über die Liebe, die Natur, Gott und die Welt. Im Museum kann man auf den Spuren der damaligen Zeit wandeln. Es sieht so aus, wie auf den Bauernhöfen bei uns vor etwa 100, 150 Jahren.

Auf dem Foto seht ihr eine typische Dorfschaukel, wie sie auch heute noch zu finden sind, die für die Burschen der 12. Kl. eine willkommene Abwechslung darstellte.




Beim 2. Teil, es stand eine Molkerei bzw. ein Milchmuseum am Programm, zog ich das Kaffeehaus vor, weil ich den Geruch nicht aushalte.



In den Gesprächen mit den beiden Begleitlehrerinnen bzw. aus dem englischen Estlandbuch erfuhr ich folgende interessante Dinge: Wie bereits berichtet, lieben die Esten das Singen, auch viele junge Leute sind in einem Chor. So wurden auch in der Okkupationszeit der Russen (auf die niemand, den ich getroffen habe, gut zu sprechen ist) die alten Lieder beibehalten, wobei viele davon verboten waren. Lobpreisungen des Kommunismus waren angesagt. Ein Kuriosum am Rande: Beim 100-jährigen Sängerfest 1969 mussten alle Kornblumen (Nationalblume der Esten) umgespritzt werden - die Russen befahlen, dass sie rot sein mussten. Kein Wunder also auch, dass 1988 der Keim zur Unabhängigkeit bei einem Sängerfest gelegt wurde, als es zur größten Massenveranstaltung in Estland kam. 300.000 Menschen (1/3 des Landes) versammelten sich und sangen die eigenen Lieder. Dies fand als "Singende Revolution" Einzug in die Geschichtsbücher des Landes. Aber erst im Aug. 1991 war Estland dann endgültig frei.

Apropos Russen: Vor dem 2. Weltkrieg war der Anteil der Esten im Land bei 88%, er sank während der Integration ins Sowjetregime auf unter 60% (bedingt durch Deportationen auf der einen Seite und aggressive Besiedelungspolitik durch russische Arbeiter im Land) und heute hält man bei etwa 80%.

Zum Schluss der heutigen Estlandnachhilfestunde vielleicht noch ein Detail am Rande, was die Sprache betrifft: Im gesprochenen Estnisch gibt es 45% Vokale! Die Sprache wirkt daher relativ melodiös.

Montag, 21. September 2009

21.9.2009 - Seminar mit Deutschlehrerinnen


Vormittag kein besonderer Schultag, relativ relaxte Stunden mit den "Großen", darunter eine Literaturstunde, in der ich ihnen Ernst Jandl mit "Schtzngrmmm" näher brachte, was sich in der Erarbeitung als ganz witzig herausstellte. Daneben noch Österreich-Quizzes und Arbeitsblätter, etc.

In der Schule gibt es neben einer sehr schönen Sportanlage auch einen riesigen Turnsaal, der etwa dreimal so groß ist wie unserer.

Unmittelbar nach den 6 Stunden Unterricht fuhren wir am Nachmittag mit dem Bus nach Tartu, wo ich eingeladen war ein Seminar für die Deutschlehrerinnen des Kreises Tartu zu halten. Thema: Practical tips for teaching German as a second language.
Ich wusste das schon und war daher gut vorbereitet. Also packte ich meine Spiele vom E-Unterricht, von Schulspiel und vom Theater aus und wir hatten viel Spaß.

Sonntag, 20. September 2009

19. und 20.9.2009 - Rundfahrten, Einladungen und Saunas

An diesem Wochenende wurde ich mehr als "beschäftigt" und man sorgte sich sehr um mein Freitzeitprogramm. Aber alles der Reihe nach.


19.9.2009

Zuerst holten mich Tiiu, ihr Mann und ihre Tochter am Samstag Vormittag ab und wir starteten zu einer Rundfahrt durch Südestland, die letztendlich 6 Stunden dauern sollte. Den Beginn machte der Besuch eines Ortes mit Kuranlage, die sehr idyllisch am so genannten heiligen See liegt. Nachdem das Wetter wieder sehr schön war, spazierten wir ein wenig durch das Gelände und warfen einen Blick in das Kurgebäude, das auch sehr beliebt ist bei finnischen Pensionisten.
In Voru machten wir einen Abstecher zur neu angelegten Seepromenade, wo im Sommer am feinen Sandstrand sicher eine Menge los ist. Hier in der Umgebung gibt es noch die Volksgruppe der Setu mit eigenem Dialekt und eigenen Traditionen. Mit einer Anzahl von etwa 8000 Personen sind sie aber im Verschwinden begriffen.

Nach dem Mittagessen fuhren wir dann zum höchsten Berg Estland im Haanja-Naturpark, dem Suur Munamägi. Er war schnell erklommen, denn vom Parkplatz weg geht man max. zehn Minuten, bis man vor dem Aussichtsturm steht, bei dem man zwischen der Liftvariante (€ 3,50) und der Zu-Fuß-Variante (1 1/2 Min.) wählen kann. Meine Begleiter waren - man verzeihe mir das an dieser Stelle - schon völlig außer Atem wegen der Höhenluft, nahmen aber, nachdem ich mich für die Stiegen entschieden hatte, auch diesen Weg hinauf. Von oben hat man einen schönen Rundblick auf ganz Südestland, und es ist unglaublich, wie viel Wald hier ist. Man sieht praktisch nichts Anderes soweit das Auge reicht. Ach ja, der Berg ist 318 m "hoch".



Den Abschluss bildete ein kurzer Spaziergang zu den Sandsteinhöhlen im ursprünglichen Tal des Ahja-Flusses in Taevaskoja, wo man wandern und Kanu fahren kann.
Bei der Rückreise kamen wir wieder durch Ötepää durch, wo es ein Trainingszentrum für's Langlaufen, eine der beliebtesten Sportarten Estlands, gibt. Jedes Jahr findet in der Umgebung, von wo auch die beiden Weltklasseläufer Andrus Verpaluu und Jak Mae abstammen, ein Langlaufmarathon mit Tausenden Startern aus aller Welt statt.

Zu Hause ging ich noch eine knappe Stunde im T-Shirt laufen und wurde um 7 Uhr vom Direktor der Schule abgeholt. Er versteht Deutsch und seine Frau ist D-Lehrerin und Stellvertreterin an einer anderen Schule.

Nach dem Essen ging ich mit dem Direktor in die Sauna und danach plauderten wir noch einige Zeit über die Schule, unsere beiden Länder und dies und das. Bei der Verabschiedung gab mir die Hausherrin noch ein großes Stück Kuchen für das Frühstück mit. ;-)


Das Foto haben wir am SO Vormittag nachgeholt.






20.9.2009

Ein denkwürdiger Tag, denn heute waren wegen des Radmarathons (über 5.000 Teilnehmer!) einige junge Leute beim Frühstück. Um 1/2 12 traf ich mich mit Revo, dem Geschichtslehrer der Schule, zum Radfahren, und Lilia, die D-Lehrerin, brachte mir dankenswerter Weise das Rad ihres Mannes vorbei. Man bemüht sich sehr, mir meinen Aufenthalt angenehm zu machen und mich nicht allein zu lassen.

Mit Revo fuhr ich also 3 Stunden mit dem MTB und er zeigte mir viel von Elva und Umgebung, wie zum Beispiel den neu angelegten Energiepfad, der gesäumt ist von mehr als 30 großen Holzfiguren. Danach waren wir zum Essen bei Lilia und ihrem Mann eingeladen. Vorher waren wir aber noch in der Sauna und das spielt sich doch ein wenig ab als bei uns: Duschen (wie bei uns), dann setzt man sich ohne Handtuch auf die Holzbänke und es wird sofort aufgegossen, und immer wieder. Wenn die heißeste Phase nach dem Aufgießen vorbei ist, nimmt man ein Bündel Birkenzweige und beginnt sich am ganzen Körper zu schlagen! Das hat nun weniger mit Flagellantentum zu tun, als damit, durch das Bewegen des Birkenbuschens die heiße Luft noch mehr zum Körper zu bringen und durch das Hinschlagen die Durchblutung noch mehr zu fördern. Es erscheint dadurch noch um etliches heißer als wie in einer normalen Sauna. Eine durchaus interessante Erfahrung. In früheren Zeiten war die Sauna auch sowas wie ein geheiligter Ort, denn sie war rein und sehr hygienisch. Deshalb kamen dort oft die Kinder zur Welt und die Toten wurden hier gewaschen, Mädchen wurden auf die Hochzeit vorbereitet und Kranke wurden hier behandelt.


Tja, man lernt nicht aus. Übrigens, damit ihr wieder ein estnisches Wort erlernt: Prost auf Estnisch heißt Terviseks, was angeblich vom Lateinischen kommt und Prosit heißt. Wenn man aber das Wort zerlegt, dann heißt es Tervis - Gesundheit und Seks - Sex, was ja auch laut Angabe der Esten beides wichtig sein soll.

Freitag, 18. September 2009

18.9.2009 - HS Litschau, Psycholog/innen und Brahms



In den ersten beiden Stunden zeigte ich den 6. Kl. abgesehen von der Powerpoint-Präsentation über Österreich auch das mit meiner Klasse selbstgedrehte Kurzvideo mit dem Rundgang durch unsere Schule, was ebenfalls großen Anklang fand. Nachdem sie auf einem der Fotos die kurze Übung mit dem Kreissitzen (nur auf den Oberschenkel des Nachbarn) gesehen hatten, wollten sie das auch probieren - es funktionierte auch hier.








Neben einigen anderen Übungen mussten die Schüler/innen der 10. Klasse durch Fragen die Person erraten, deren Zettel an ihrem Rücken befestigt war.





Und das Foto oben mit den beiden Mädchen der 11. Klasse zeigt mich gerade bei der Preisverleihung (Mozartkugeln) an die Gewinnerinnen des Österreich-Quizzes. Wie leicht zu erkennen ist, freuen sie sich recht darüber (waren sie so nett, zumindest so tun, als ob sie sich freuten).
Tiiu zeigte mir im Anschluss auch die Werkräume der Mädchen und Knaben, die ebenso wie die Schulküche absolut top ausgestattet sind. Es gibt div. Bohr-, Hobel-, Drechsel- und Schleifmaschinen, Sägen, eine Schmiede, eine Ton- und Glasbrennerei, sowie Schweißgeräte!

Nach den obilgatorischen Freitagsfischstäbchen (auch nicht besser als bei uns) führte ich ein interessantes Gespräch mit der an der Schule arbeitenden Psychologin. Und auch in diesem Bereich kann sich Österreich was abschauen und muss sich etwas (auch aus meiner Erfahrung) ändern: Durchschnittlich betreuen Pscholog/innen etwa 600 Schüler und Schülerinnen. In ihrem Fall sind es ca. 1.000, wobei hier die Abendstudent/innen dazu kommen, also jene Erwachsenen, die ihren Abschluss nachholen oder ihre Ausbildung verbessern wollen. - Wenn ich da an die Quote bei uns in Österreich denke,....

Zu ihr kommen sowohl Kinder, die von Lehrer/innen oder den Eltern geschickt werden, sie geht aber auch in die Klassen und versucht systemisch zu arbeiten. Ältere Schüler/innen suchen sie oft schon alleine auf, sie arbeitet aber auch mit Eltern und ihren Kindern gemeinsam. Auch bei den Koferenzen ist sie manchmal dabei.

Abgesehen von der Psychologin gibt es auch eine Sozialarbeiterin, die sich um Fehlende, Sozialfälle, etc. kümmert, und die sich manchmal auch mit Polizeigewalt Zutritt zu den Wohnungen verschafft. Natürlich sind es hier auch nicht allzu viele, aber es gibt auch Fälle, wo den Eltern das Sorgerecht entzogen wurde, wie in einem Fall eines affälligen Jungen, den ich vom Unterricht kenne, der mit seinen 5 Schwestern im Kinderheim lebt. Leider ist auch Alkoholismus, nicht zuletzt wegen der erhöhten Arbeitslosenrate, ein Thema, was oft auch mit häuslicher Gewalt verbunden ist.

Positiv sei in diesem Zusammenhang auch angemerkt, dass an jedem Tag der Arzt in der Schule anwesend ist, ebenso der Zahnarzt, die einen Teil ihrer Ordinationszeiten (auch für die Öffentlichkeit) hier haben. Die Behandlungen der Kinder (auch Impfungen) sind gratis.

Wo sie meiner Meinung noch nicht so weit sind wie wir (aber da sind sicher nicht alle Lehrer/innen meiner Meinung), und was laut den Aussagen der Psychologin auch auf die Sowjetzeit zurückzuführen ist, betrifft den Umgang mit behinderten Menschen, die hier in Spezialschulen zusammengefasst sind (verbunden damit, oft auch weg von zu Hause müssen) oder häuslichen Unterricht erhalten.

Am Abend nahmen mich Lillia, eine Deutschllehrerin, und ihr Mann mit nach Tartu ins Konzerthaus, wo ein Cellokonzert mit Werken von Brahms und Dvorak am Programm stand.


Tja, und schon ist eine Woche vorbei!

Mittwoch, 16. September 2009

17.9.2009 - Powerpoint, Big Boody und Klassen 11 und 12

Die Motel-Leute stellen das - für sie sehr frühe - Essen vor 7 Uhr hin, und frühstückte wie jeden Tag alleine. Bis auf 2 Arbeiter und mir ist hier niemand, auch die Hausleute schlafen woanders.

Das Motel schaut am Bild tadellos aus und es liegt auch wirklich nett. Aber es ist schon ein wenig älter... Mein Schulweg führt die ersten 5 Minuten durch einen Kieferwald, wie überhaupt angemerkt werden kann, dass es sehr viel Wälder, Seen und Moore gibt - nicht unähnlich zu unserer Gegend.


Dieses Video wollte ich euch nicht ersparen! Jetzt hat nämlich der Upload von der Sängerbühne in Tallinn funktioniert. Da müsst ihr durch!

Heute hatte ich zum ersten Mal die 11. und 12. Klassen und wie auch bei den anderen muss ich sagen, dass sie mich sehr nett und freundlich empfangen haben, wohl auch deshalb, weil so ein "Eingeborener" sicher eine willkommene Abwechslung darstellt. Das wäre ja bei uns auch nicht anders. Ich konnte mit Powerpoint-Präsentationen über Österreich (etwas Geschichte und Geographie), das Waldviertel und über mich punkten. Besonders lustig fanden sie die Bilder vom Theaterspielen. Aber durch dieses Vorstellen, durch verschiedene Interviews und auch Spiele für die Anfänger (wie z.B. Big Boody - das ist auch hier ein Hit!) ist es doch gelungen, sie ein bisschen zu aktivieren. Sie sind wie unsere Schüler/innen schüchtern, wenn es darum geht sich verbal in einer für sie fremden Sprache auszudrücken.

Um auf den Kommentar von Martin von gestern zu antworten: Natürlich gibt es hier auch Männer, allerdings sind es nur 6 oder 7 im Lehrkörper, davon der Direktor und einer von 4 Vizedirektor/innen. Und die Mädchen sind auch hier ein wenig reservierter als die Jungs, aber man kann sie doch zum Lachen bringen. Generell, egal ob Burschen oder Mädchen ist es schön, positiv aufgenommen zu werden und zu merken, dass ihnen die Stunden gefallen.

Bei der heutigen Lehrerversammlung in einer 20-Minuten-Pause gab man mir die Möglichkeit, mich für die Einladung in die Schule zu bedanken und das Schulsystem und die Kinder und Jugendlichen zu loben. Ich bin dieser Aufgabe gerne nachgekommen, weil das ja auch stimmt, und habe Grüße aus Österreich übermittelt.

Wie bereits beschrieben, besteht die Schule aus zwei Häusern, die ca. 10 Min. voneinander entfernt liegen. Die Schüler/innen können gestaffelt im Speisesaal essen gehen und haben von der 3. bis zu 5. Stunde je 20 Minuten Zeit dafür. Das Essen für sie ist gratis, es gibt abwechselnd Suppe und Dessert, am nächsten Tag einen Braten o.ä. Die älteren Schüler/innen können sogar zweimal essen gehen, wenn sie möchten.

Hier noch ein Relikt aus der Sowjetzeit - die Schulglocke.

Das Wetter ist wieder ausgezeichnet und ich habe ihnen das Sprichwort "Wenn Engel reisen...." gelernt. ;-)

Den Rest des Tages verbringe ich wieder mit Vorbereitungen, Laufen und Lesen.

16.9.2009 - Universitätsstadt Tartu

Heute war mein kürzester Schultag, nur 2 Stunden, die ich mit Fragen und Interviews zur Person gestaltete. Nachdem der Direktor an der Schule der deutschen Sprache wohlgesonnen ist, haben sie mehr Stunden als notwendig und können dadurch großzügig teilen, was bedeutet, dass es eine durchschnittliche Gruppengröße von ca. 10 Schüler/innen gibt.

Als erstes Feedback kann ich anbieten, dass ein ganz schüchternes Mädchen nach der Stunde zur Lehrerin gegangen ist und meinte, es wäre eine sehr interessante Stunde gewesen. Und eine andere D-Klasse hat sich beschwert, warum sie nicht den österreichischen Lehrer hätten. Heute habe ich noch 3 Stunden dazu bekommen - die 12. Klasse der Kollegin, das sind 18-Jährige, die ich morgen kennenlernen werde.

Nach einer Laufrunde fuhr ich in Begleitung von Tiiu mit dem Bus nach Tartu, der ca. 25 km entfernten Universitätsstadt. Zuerst gingen wir zum deutschen Kulturinstitut und eine Dame zeigte uns die schönen Räume, in denen Deutschlehrer Materialien ausleihen können und es deutsche Filme, Vorträge und Lesungen gibt.

Dann trafen wir uns mit Tiius Tochter Helen, die gerade von einer Jus-Vorlesung kam und die es sich nicht nehmen ließ, mich in ausgezeichnetem Englisch durch die Stadt zu führen. Ebenso wie ihre 17-jährige Schwester hat sie ein sehr gutes Gymnasium hier besucht, was man an ihrem umfassenden Wissen, auch um die Stadt Tartu selbst, bemerkt. Sie ist also auch eine der vielen Student/innen der zweitgrößten Stadt Estlands.
Es wimmelt nur so von jungen Leuten und es gibt eine fröhliche Grundstimmung. Es gibt 20.000 Studenten und viele Bewohner haben daher direkt oder indirekt mit den Universitäten zu tun.

Interessant ist vielleicht auch, dasss Tartu während der Sowjetzeit jahrzehntelang abgeschirmt war, weil hier ein Militärflughafen war. Erst mit der Öffnung begann sich das Leben zu normalisieren, und wenn auch viele über die niedrigen Löhne klagen, so möchte niemand die alte Zeit zurück.

Hier noch ein Foto vom schönen Rathaus in Tartu.

Dienstag, 15. September 2009

15.9.2009 - Tag 1 in der Elva-Schule

Der erste Tag kann durchaus als erfolgreich bezeichnet werden. Ich hatte gleich 5 Stunden durchgehend. Das Gymnasium - in Estland bezeichnet man jede Schule, die nach der 9. Stufe noch 3 Jahre Weiterbildung anbietet als solches - ist auf zwei Gebäude aufgeteilt, welche etwa 10 Min. voneinander entfernt liegen. Nach der 3., 4. und 5. Stunde gibt es jeweils 20-Minuten-Pausen, damit alle Kinder in Schichten essen gehen können. Ein Gebäude ist etwas neuer, eines alt und erinnert noch sehr an die kommunistische Zeit. Die Klassen selbst sind okay, technisch sind viele aber auf dem neusten technischen Stand der Dinge: Laptop oder PC, wo sich die Lehrer/innen ins E-Book einloggen können, einige Beamer gibt es auch.

Einige Schüler/innen haben mich schon am ersten Tag, obwohl sie mich noch nicht kannten, auf Deutsch, zumindest mit "hallo", begrüßt.

Ich habe heute 17-jährige und 13-jährige Anfänger sowie 15-jährige gehabt und bis auf eine etwas "besondere" Burschenpartie in der letzten Stunde waren alle durchaus offen, sodass ich sie mit ein paar Spielen ins Gespräch bringen und das Eis brechen konnte. Interessanterweise waren die älteren Schüler/innen weniger gehemmt als die mittleren, die schon 2 Jahre Deutschunterricht hatten.


Bei einem Kurzbesuch im Direktorszimmer wurden mir ein Häferl, ein Estland-Puzzle und ein Estland-Buch (auf E) an Gastgeschenken überreicht, was ich sehr nett fand.



Links die beiden D-Kolleginnen Lille und Tiiu und rechts der Direktor der Schule, der auch ein wenig Deutsch kann.



Nach dem Essen wurde ich noch von Tiiu zu Kaffee und Kuchen eingeladen und dann ins Motel gefahren, wo ich wieder mein 20m²-Zimmer bezog. Vor dem Vorbereiten für die nächsten Tage ging ich noch kurz laufen und verbrachte die restliche Zeit in meiner "Suite", da es hier in der 6.000-Einwohner-Stadt eigentlich nicht wirklich viel zu sehen gibt. Es gibt kein Zentrum, nur eine "Hauptstraße", wo ein paar Geschäfte ihre Waren anbieten. Viele Leute fahren aber die 25 km nach Tartu, in die nächste große Stadt.

Montag, 14. September 2009

14.9.2009 - Botschaftsempfang, Konferenzen, Nationalbibliothek und Zugfahrt nach Tartu




Nach dem wirklich schönen Wochenende beginnt nun die Arbeit.















Heute waren wir am Vormittag zu Gast in der österreichischen Botschaft, wo es in verschiedenen Vorträgen um das estnische Bildungssystem, D-Unterricht an den Schulen, bilingualen Unterricht (v.a. russisch / estnisch) und den Verband der D-Lehrer/innen Estlands gab.

Auf dem Foto: Die österreichische Delegation mit der äußerst netten Botschafterin Dr. Angelika Saupe-Berchtold.


Vielleicht an dieser Stelle für die interessierten Kolleg/innen ein paar Fakten (die anderen können ja weiter unten fortsetzen):

-) Die "richtige" Schule beginnt für die Kinder mit 7 und sie bleiben bis 16 gemeinsam in den Klassen (Kl. 1.-9.). Wer möchte, und das tun 60%, geht weiter bis zur 12. ins Gymnasium.

-) Die Zentralmatura gibt es hier schon 11 Jahre und auch die Schüler/innen, die mit 16 aufhören, machen eine zentrale Abschlussprüfung.

-) Alle Lehrer/innen haben eine Fortbildungspflicht von 150 Std. in fünf Jahren (= 30 p.a.)

-) Die Schulen genießen eine extrem hohe Autonomität: Die Schule stellt den eigenen Lehrplan zusammen, kann ein eigenes Benotungssystem einsetzen, sie hat einen eigenen Budgethaushalt und Mitarbeiter, inkl. Lehrer/innen, werden vom Direktor angestellt.

-) Ab der 6. Klasse (12, 13 J.) lernen die Schüler/innen eine 2. Sprache, mit 16 eine dritte.

Apropos Sprache: Im Estnischen gibt es aufgrund des deutschen Einflusses in der Geschichte etwa 10% an Lehnwörtern, wie z.B. mütz, saal, klass, trepp, printsess, pirn, supp, eesel, kleid, buss,....

Gesprochen wurde auch über das etwas belastete Verhältnis zur russischen Bevölkerungsgruppe, von denen viele trotz der langen Zeit noch immer nicht estnisch können. Nachdem sich das auch auf die Kinder auswirkt, ist eines der Bildungsziele, dass in den nächsten Jahre alle Schüler/innen estnisch so weit beherrschen, dass sie zumindest B1-Standard oder höher haben. In manchen Teilen Estlands, wie im Nordosten, wo es noch mehr Industrie gibt, ist das Verhältnis Russen zu Esten genau umgekehrt, nämlich 80:20, was natürlich einige Probleme mit sich bringt. Aber es wird daran gearbeitet und bedarf sicher noch einiger Zeit.


Auf dem Bild seht ihr meine Kollegin Krista, mit der ich im 2. Teil meines Aufenthalts zusammen-arbeiten werde. Sie ist die Vorsitzende des Verbandes der estnischen Deutsch-Lehrer/innen.









Am Nachmittag waren wir noch in der Nationalbibliothek, wo wir eine Führung hatten und uns den österreichischen Lesesaal ansehen konnten. Ja, so etwas gibt es da, ich habe in einem Buch sogar ein Bild von Heidenreichstein gesehen und sofort stolz hergezeigt.

Anschließend fuhr ich mit einer Mitarbeiterin des Bildungsministeriums, Frau Katrin Rein, die alles für unseren Aufenthalt perfekt organisiert hatte, mit dem Zug nach Tartu. Auch hier ist WI-FI (W-Lan) vorhanden und einen Teil des Berichtes habe ich während der 2 1/2-stündigen Fahrt geschrieben.

In Tartu holte mich Tiiu, meine Kollegin der Schule in Elva ab. Sie ist, wie alle anderen Menschen, mit denen wir Kontakt hatten, äußerst nett. An dieser Stelle muss auch angemerkt werden, dass das Deutschniveau der Lehrerinnen sehr hoch ist.

Sie brachte mich mit ihrem Mann zum Motel Verevi, wo ich ein eher kleines Zimmer für die 14 Tage bezogen habe. Es gibt keinen Schrank, ein Bett mit zwei Nachtkästchen, einen Sekretär, wo mein Laptop raufpasst und Bad/WC. Mein Gewand hängt nun am Kleiderständer oder liegt am Bett bzw. wird im Koffer verbleiben.

Nun bin ich schon neugierig auf meinen ersten Schultag, wenn ich mit den Kindern arbeiten werde. Nähere Berichte und erste Eindrücke gibt es dann morgen.

Tere ohtust! (Guten Abend)

13.9.2009 - Schloss Kadriorg, ein Waldviertler Lied auf der Sängerbühne und Treffen mit den österr. Kolleginnen


Nachdem die Sauna um 8 Uhr morgens im Hotel ausgefallen war, machte ich mich nach dem Frühstück kurz vor 9 Uhr auf den Weg in den östlichen Außenbezirk Tallinns, um das Schloss Kadriorg samt großer Parkanlage zu besichtigen. Bei herrlichem Wetter ging ich die knappe Stunde zu Fuß hin und bemerkte in der Innenstadt, dass für einen Sonntag um diese Zeit ziemlich was los war. Was ich nocht wusste: es sollten der Marathon und andere Läufe stattfinden, und noch war es, abgesehen von Hunderten Polizisten, noch recht ruhig.


Zuerst spazierte ich durch den 100 ha großen Park, traf wie gestern früh etliche Nordic Walker, Jogger und Biker, und suchte dann gleich noch meinen Weg weiter zur Sängerbühne. Die ist für ganz große Sängerfeste (wär was für Koll. Wendl!) gedacht, die nur einmal in fünf Jahren stattfinden, was heuer der Fall war. Dann steht auf der riesigen Bühne ein Chor mit bis zu 25.000 Sängerinnen und Sängern, was sicher imposant wirken mag. Ich stieg die 40 Stufen empor und stimmte das Lied "Im Woidviertler Woid" an - leider ohne Zuhörer oder Zuschauer, aber immerhin.

Dann durch den Park zurück und ein paar Fotos von der Schlossanlage, die ein russischer Zar 1718 errichten ließ und wo heute ein Teil als Amtssitz des Präsidenten dient. In den Nebengassen waren noch etliche wunderschöne, alte, originale Holzhäuser zu sehen.

Das ist nicht, was ihr denkt, sondern ein ganz simpler Busbahnhof.



Zurück wollte ich mit der Straßenbahn fahren, was aber aufgrund des Laufevents heute nicht möglich war. Daher schloss ich mich der allgemeinen sportlichen Begeisterung an und bahnte meinen Weg durch die unzähligen Läufer/innen und Nordic Walker/innen, die auf den Start des 10-km-Bewerbes warteten. Insgesamt gab es über 12.000 Teilnehmer/innen. Beim Schloss hatte ich die Spitzengruppe des Halbmarathons gesehen und als ich im Zentrum war, bog gerade der 1. Läufer in die Zielgerade ein - die Zeit war mit 1:07 ziemlich gut.

In einem riesigen Einkaufszentrum, die meisten Geschäfte haben auch am SO offen, versuchte ich ganz normale, weiße T-Shirts zu kaufen, was nicht möglich war, weil nur Marken- und Modegeschäfte (Esprit, CK, Zara, ...) zu finden waren.

Um 14 Uhr brach ich dann mit den drei anderen
österreichischen Kolleginnen zu einer Stadtbesichtigung mit einer estnischen
D-Lehrerin auf. Im Prinzip eine Wiederholung der bereits von mir gesehenen und fotografierten Sehenswürdigkeiten, aber inkl. genauerer Erklärung. Danach kurze Kaffeepause in einem netten, altehrwürdigen Cafe und zurück zum Hotel, das wir um 19 Uhr verließen, um zum Abschluss des heutigen Tages typisch estnisch essen zu gehen (Schweinebraten mit Sauerkraut, Blunzn, .... - alles sehr deftig).

Head ööd! (Gute Nacht)

Samstag, 12. September 2009

12.9.2009 - Langer Hermann, Dicke Margarete und die 3 Schwestern

Nach einer ersten ruhigen Nacht in Estland und einem wirklich guten, absolut unserem "Standard" entstprechenden Frühstück, machte ich heute auf den Weg Tallinn auf eigene Faust zu erkunden. Mit dem Bus Nr. 6 (oder auch anderen), der gerade daher kam, fuhr ich die Viertelstunde raus zur Station Zoo und suchte mir meinen Weg zum Freilichtmuseum Rocca al Mare. Dies war nicht so einfach und ich musste zweimal nachfragen, da es keine Hinweisschilder gibt - zumindest solche, die ich entziffern hätte können. Die Leute können alle gut Englisch, so wie ich es auch in Schweden erlebt habe, und waren äußerst nett und freundlich. Daher ganz kurz ein Tipp für Nach-mir-Reisende: Links ist der Zoo, rechts ein Gebäudekomplex mit dem Namen Rocca al Mare mit vielen Shops, wo man aber Richtung Meer, rechts ist das Audi-Haus, weiter geht und dann der breiten Straße dem Meer entlang links folgt. Nach etwa 15 Minuten erreicht man das in einem Wald/Park gelegene Gelände.


Man braucht etwa zwei Stunden, um sich das ganze Areal mit seinen Häusern und Bauten anzuschauen. Der Fokus liegt hauptsächlich auf der Darstellung des bäuerlichen Lebens in den einzelnen Regionen des Landes, aber auch WIndmühlen, eine Kirche und eine Schule sind u.a. zu begutachten. In einigen davon sind Leute in Originalkostümen zu sehen und sie sind teilweise froh, wenn man ein paar Worte mit ihnen spricht. Ich habe daher sofort mit meine Estnisch-Kenntnissen gepunktet und das Herz einer ca. 70-Jährigen im Sturm erobert, als ich zu ihr "Tere hommikust" (Guten Morgen) sagte. Sie konnte aber nicht nur Estnisch, sondern auch Englisch und Deutsch, und so ergab sich ein nettes Gespräch.

Übrigens: Lehrer/innen beschwert euch nicht über euren Job! - Vor 120 Jahren war das Unterrichten ein Beibrot und man konnte davon alleine nicht leben (so wie bei uns). Der Hauptteil der Einnahmen entstammte der kleinen Landwirtschaft, die der Lehrer betrieb. Außerdem war er verpflichtet, dem Pfarrer zu assistieren, den Chor zu leiten und Theateraufführungen auf die Beine zu stellen.

Interessant ist auch, dass bei jedem Hof eine Sauna dabei war, und es auch heute noch das "Must-have" zu sein scheint! Man betitelte die Sauna auch als den Doktor der Bauern.

Die Beschriftungen sind hier übrigens vorbildlich: Estnisch, Russisch, Englisch und Deutsch.


Man beachte dieses Schild (besonders das mittlere unten), das ich vor der Rocca al Mare-Schule gesehen habe und für die Grünanlage gilt.






Dann mit dem O-Bus wieder zurück ins Zentrum und sofort rauf auf den Domberg bei herrlichem Wetter (nur mit T-Shirt im Gegensatz zu etlichen Esten, die mit Jacke und Pulli unterwegs waren - was machen die im Winter?). Von oben hat man einen guten Blick auf die Stadt, das Meer und .... die vielen Touristen.

Was habe in der Innenstadt noch gesehen: Die Domkirche, den "Langen Hermann" (ein 45 m hoher Turm), die Nevski-Kathedrale (russ.-orthodoxe Kirche, die bei den meisten Esten nicht so beliebt ist), Rathausplatz (mit Preisen in den Gasthäusern, die Wien übertreffen), viele schöne Gilde-, Bürger- und Handelshäuser, dann bei etwas Regen die "Dicke Margarete" (eine meterdicke Stadtpforte), die "Drei Schwestern" (drei unterschiedliche Häuser, die heute zu einem Hotel verbunden sind), etc.

Nachdem der Regen noch immer leicht anhält (woher kommt der eigentlich, es ist rundherum hell), gehe ich kurz ins Hotel zurück und treffe mich dann um 17 Uhr beim Rathaus mit Krista, in erster Funktion Vorsitzende des Estnischen Deutschlehrerverbandes, in zweiter "meine" Lehrerin, bei der ich in Tabasalu die 2. Hälfte meines Aufenthaltes verbringen werde. In einem kleinen Cafe plaudern wir über unsere Länder, ihre Schule, ihre Klassen und dies und das. Nach zwei Stunden verabschiede ich mich, um mit einer österreichischen Kollegin essen zu gehen. Um 1/2 10 ins Hotel zurück und den Tag Revue passieren lassen.

Head ööd! (Gute Nacht)