Nach dem Unterricht inkl. Proben am Vormittag fuhren wir mit dem Bus nach Tallinn, Mini-Probe im Nebenraum des österreichischen Lesesaales, dann Besichtigung des schönen Saales und kurzes Instruieren.Kurz davor wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht nur Mitglied der Jury sein sollte, sondern deren Sprecher. Die Jury bestand nämlich aus Vertreter/innen der einzelnen Schulen, entweder Lehrerinnen oder Schüler/innen. Also galt es positive Kritik zu formulieren, denn diese Veranstaltung fand zum ersten Mal statt, und es wäre unangebracht gewesen, die Schüler/innen für ihren Aufwand negativ zu kritisieren. Daher aufbauende Worte finden (schön Kostüme, schön gesprochen, interessante Inszenierung,...).
Die Beiträge waren bunt gemischt, von der 4. bis zur 12. Klasse, von "Aschenbrödel" und
Und dann durfte ich noch die abschließenden Worte für die Veranstaltung finden.
8.10.2009
Rechtzeitig für den Ausflug nach Pärnu, einem sehr beliebten Urlaubsort der Esten, vielleicht DEM Badeort an der Westküste, verabschiedete sich das grausliche Wetter und es sollte ein wunderbarer Herbsttag mit viel Sonne werden (war auch Zeit - mit etwas Neid hatte ich in den letzten Tagen die Hitzeperiode in Österreich verfolgt).
Krista hatte auch Angelika, die österr. Kollegin von der Privatschule Rocca Al Mare, dazu eingeladen, und so ging es auf der großteils schnurgeraden und kaum befahrenen Hauptstraße 150 km Richtung Meer.
Um 11 Uhr statteten wir dem neu renovierten Pärnu Ülejoe Gymnasium einen Besuch ab. Eine Deutschkollegin, Eevi Palu, sie ist Stellvertreterin und eine gute Bekannte von Krista, empfing uns bei Kaffee und zeigte uns anschließend ihre schöne Schule. Wieder einmal zu bemerken ist, dass sehr viel Geld in die Bildung fließt - sehr viel Geld, denn die Ausstattung ist auch hier bestens.
Nach dem Mittagessen in der Mensa hatten wir einen Termin im Schulpsychologischen Zentrum von Pärnu. Die Bestätigung dessen, was ich schon gehört und erlebt hatte: Hier arbeiten 8
Während zu den Hauptprobleme in Österreich (v.a. Wien) der teilweise hohe Anteil von Migranten (bzw. deren unzureichender Umgang und in der Vergangenheit vernachlässigte [Sprach-]Förderung) und die erhöhte Gewaltbereitschaft an einigen Schulen gehören, so sind es hier soziale Probleme. Teilweise sind sie bedingt durch die krasse Einkommensschere, weshalb viele Eltern ihre Kinder in Estland bei den Großeltern oder auch alleine zurück lassen, um für Monate in Finnland Geld zu verdienen. Auch Schwangerschaften von Schülerinnen kommen vermehrt vor. Diese werden aber z.B. dermaßen unterstützt, dass man hier etwa eine Klasse ins Leben gerufen hat, in der 15 junge Mütter ihren Abschluss abolvieren konnten - flexiblere Unterrichtseinheiten, auch am Abend, etc. - Bei uns möchten manche Direktoren, dass sie die Schule verlassen!!
Nach diesem 1 1/2-stündigen Erfahrungsaustausch führten und Eevi und Vaike noch durch Pärnu, und so konnten wir ein wenig von dem Charme, den diese 40.000-Einwohner-Stadt versprüht, mitbekommen. Wir flanierten durch die Fußgängerzone, sahen die wichtigsten
Wir kamen erst um 8 Uhr abends zurück, wurden bei Krista noch zu einer kleinen Jause und einem Gläschen Wein eingeladen und fuhren dann mit dem Mini-Bus zurück nach Tabasalu. Danke für den schönen Tag!
